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Kinder, Jugend & Familie

Spaß ohne Reue!

Alkohol in der Jugend und Familie

Für das Erlernen eines verantwortungsbewussten Umgangs mit Alkohol ist es entscheidend, welche Verhaltensweisen ein Kind bei seinen Eltern bzw. in seinem nahen Umfeld beobachten kann. Alkoholkonsum in der Familie kann weitreichende Folgen haben. Wird viel Alkohol getrunken, führt das oft zu Konflikten in der Familie, Beziehungsproblemen und emotionalen Belastungen. Kinder, die mit alkoholabhängigen Eltern aufwachsen, haben ein erhöhtes Risiko, selbst Alkoholprobleme zu entwickeln. Der Einfluss des elterlichen Vorbilds ist groß und ein verantwortungsvoller Umgang mit Alkohol kann sich positiv auswirken. Offene Kommunikation, Unterstützung und Hilfe bei der Bewältigung von Alkoholproblemen sind wichtig, um die Familienbeziehungen zu stärken und die Gesundheit und das Wohlbefinden aller Familienmitglieder zu fördern.

So verändert Alkoholkonsum Ihr Eltern-Sein

Alkoholkonsum kann Sie als Elternteil spürbar verändern:  

  1. Aufmerksamkeit ist reduziert 
  2. Reaktionsfähigkeit nimmt ab 
  3. Stimmungsschwankungen nehmen zu 

Drei wesentliche Faktoren die im Alltag mit Kindern entscheidend sind. Alkohol beeinflusst die Aufmerksamkeit. Sie sind schneller abgelenkt oder nehmen Signale des Kindes verzögert wahr. Gleichzeitig kann die Reaktionsfähigkeit sinken: In unerwarteten Situationen dauert es länger, angemessen zu handeln. Beispielsweise, wenn das Kind auf die Straße läuft oder auf die heiße Herdplatte greift. Auch das Sehfeld und die Wahrnehmung verändern sich. Der Blick wird enger, Sie übersehen Details leichter. Außerdem schätzen Sie Entfernungen oder Bewegungen schlechter ein. 

Hinzu kommen oft Stimmungsschwankungen. Alkohol kann zwar kurzfristig entspannen. Er führt aber auch zu Gereiztheit, Ungeduld oder Überreaktionen. Gespräche werden oberflächlicher und Sie setzen Grenzen inkonsequenter. Außerdem kann es sein, dass Sie Emotionen Ihres Kindes weniger feinfühlig begleiten. Für Kinder bedeutet das gleichzeitig eine weniger verlässliche Bezugsperson. Kinder orientierten sich stark an genau dieser Verlässlichkeit. 

Einladung zur Selbstreflexion

Sie möchten Ihren eigenen Alkoholkonsum und die Vorbildwirkung auf Ihre Kinder ehrlich betrachten? Wir laden Sie mit folgenden Fragen zu einer kleinen Selbstreflexion ein: 

  • Welche Rolle spielt Alkohol in meinem Alltag? Ist er ein gelegentlicher Genuss – oder ein fester Bestandteil meines Tages? 
  • In welchen Situationen greife ich zu Alkohol? Aus Gewohnheit, zur Entspannung, bei Feiern, zur Stressbewältigung? 
  • Wie oft sehen mich meine Kinder Alkohol trinken? Ist das für sie etwas Normales, das regelmäßig passiert? 
  • Welche Botschaften vermittle ich meinem Kind über Alkohol? Sage ich zum Beispiel Dinge wie „Ich brauche jetzt ein Glas Wein“? 
  • Wie würde ich mich fühlen, wenn mein Kind später mein Trinkverhalten übernimmt? Fände ich das unproblematisch oder eher beunruhigend? 
  • Gibt es Momente, in denen mein Verhalten unter Alkoholeinfluss nicht meinem eigentlichen Anspruch als Elternteil entspricht? Bin ich ungeduldiger oder weniger aufmerksam? Habe ich Stimmungsschwankungen? 
  • Habe ich klare Regeln für meinen Alkoholkonsum im Beisein meiner Kinder? Wenn ja, halte ich sie konsequent ein? 
  • Spreche ich offen und altersgerecht mit meinem Kind über Alkohol? Oder vermeide ich das Thema oder verharmlose es? 
  • Welches Vorbild möchte ich meinem Kind langfristig sein? Passt mein aktuelles Verhalten zu diesem Bild? 

Wenn Mama oder Papa trinken, kann auch Gewalt passieren

Alkohol kann Konflikte verschärfen und dazu führen, dass man Angst hat, beschimpft, verletzt oder vernachlässigt wird. Wenn dir etwas passiert, das sich nicht richtig anfühlt, oder wenn du Angst vor einem Erwachsenen hast: Sprich mit jemandem, dem du vertraust und hol dir Unterstützung.
Das Digitale Kinderschutzzentrum ist für Kinder und Jugendliche da, die von körperlicher, psychischer, sexualisierter oder digitaler Gewalt betroffen sind oder sich bedroht fühlen. Auch Freunde, Verwandte, Nachbarn oder Eltern können sich melden.

Interview "Alkohol im Familienalltag: Was Kinder wirklich prägt"

Der Umgang mit Alkohol beginnt nicht erst im Jugendalter – er wird bereits früh in der Familie geprägt. Kinder beobachten genau, welche Rolle Alkohol im Alltag spielt, wie Erwachsene damit umgehen und welche Botschaften dabei vermittelt werden.
Isabelle Kranacher arbeitet bei der Fachstelle für Suchtprävention VIVID. Im Interview beleuchtet sie aus psychologischer Sicht, warum das familiäre Umfeld so entscheidend ist, welche Vorbildwirkung Eltern haben und wie sie ihre Kinder bei einem reflektierten Umgang mit Alkohol unterstützen können.

Interview "Jugendliche und Alkohol: Wie Eltern richtig ins Gespräch kommen"

Spätestens in der Pubertät wird Alkohol für viele Jugendliche zum Thema – auf Partys, im Freundeskreis oder aus Neugier. Für Eltern ist das oft ein Balanceakt: zwischen Schutz und Vertrauen, zwischen klaren Regeln und offenen Gesprächen.
Isabella Kranacher arbeitet bei der Fachstelle für Suchtprävention VIVID. Im Interview erklärt sie, wie Eltern einen gesunden Umgang vermitteln können, ohne zu belehren oder abzuschrecken. Sie zeigt, worauf es jetzt ankommt – und wie Eltern ihre Jugendlichen stärken können.

Fragen & Antworten


Wann beginnen Jugendliche zu trinken?

Im Vergleich zu anderen Ländern konsumieren Jugendliche in Österreich häufig und viel Alkohol. Allerdings trinken diese Jugendlichen weniger häufig und kleinere Mengen als in den Jahren zuvor. Vor allem junge Männer trinken weniger als früher.

Die steirischen Jugendlichen trinken im europäischen Vergleich viel Alkohol. 59% der Schülerinnen und Schüler von 14 bis 17 Jahren geben an, „in den letzten 30 Tagen“ Alkohol getrunken zu haben. Rund die Hälfte haben laut Selbstauskunft bereits einen Rausch gehabt. Rund ein Viertel der Burschen und Mädchen geben an, beim ersten Konsum von Alkohol (mindestens 1 Glas) 13 Jahre alt gewesen zu sein. Der erste Rausch wird in der Regel im Alter von 14 oder 15 Jahren erlebt.

Gibt es einen Zusammenhang zwischen Schultyp und Alkoholkonsum?

Nach Schultypen betrachtet, machen Schülerinnen und Schüler aus polytechnischen Schulen und Berufsschulen etwas häufiger Rauscherfahrungen. Überdurchschnittlich viele sind beim ersten Konsum von Alkohol unter 14 Jahre alt. Schülerinnen und Schüler in allgemeinbildenden höheren Schulen geben häufiger als andere an, „noch nie“ betrunken gewesen zu sein. Siehe Schüler*innen - Gesundheitsbericht Steiermark

Was sind die Gründe für Alkoholkonsum von Jugendlichen?

Am ehesten trinken Jugendliche Alkohol auf Partys oder in Clubs. Für viele steht das Zusammensein mit Freundinnen / Freunden und das gemeinsame Feiern im Vordergrund. Nicht immer handelt es sich dabei um problematischen Alkoholkonsum. Allerdings kommt es immer wieder zu Alkoholexzessen. Der Rausch dient zum Austesten von Grenzen.

Erfreulicherweise wissen die meisten Jugendlichen, dass Alkohol bei Stress oder Traurigkeit nicht hilft. Auf die Frage, warum sie Alkohol trinken, antworten Jugendliche am häufigsten, dass sie glauben, Alkohol würde für gute Stimmung sorgen und helfe gegen Schüchternheit.

Wie ist es mit dem Jugendschutz in der Steiermark?

Infos zum Jugendschutz in der Steiermark finden Sie auf unserer Seite hier.

Wie kann ein bewusster Umgang mit Alkohol in der Familie gelingen?

Sie als Eltern sind wichtige Vorbilder! Trinken Sie weniger als bisher und bringen Sie immer wieder alkoholfreie oder alkoholreduzierte Alternativen auf den Tisch. Zeigen Sie auch, dass Sie in bestimmten Situationen ganz auf Alkohol verzichten: beim Autofahren, am Arbeitsplatz, wenn Sie schwanger sind oder Medikamente einnehmen.

Wie gehe ich damit um, wenn ein erwachsenes Familienmitglied zu viel trinkt?

Wenn Sie sich Sorgen machen, dass eine erwachsene Person aus Ihrer Familie oder aus Ihrem Bekanntenkreis zu viel trinkt, können Sie ein paar Dinge tun:

  • Überprüfen Sie zunächst ihre eigenen Motive und ihre Beziehung zu der Person.
  • Wählen Sie einen geeigneten Zeitpunkt, um Ihre Beobachtungen unter 4 Augen anzusprechen. Benennen Sie dabei Dinge, die Ihnen objektiv auffallen und äußern Sie keine Vermutungen. Zum Beispiel könnten Sie erwähnen, dass Ihnen auffällt, wie oft Ihre Partnerin / Ihr Partner Verabredungen nicht einhält. Machen Sie deutlich, dass Sie das nicht gut finden und hören Sie zu.
  • Sichern Sie der Person Ihre Unterstützung zu, indem Sie weiter zuhören und bei Bedarf Rat und Hilfe einholen.
  • Wenn Sie unsicher sind, weil Sie einen Streit befürchten, holen Sie sich Unterstützung von Expertinnen / Experten.
Wie gehe ich damit um, wenn mein Kind zu viel trinkt?

Wenn Sie meinen, Ihr Kind trinkt zu viel, sollten Sie lieber früher als später das Gespräch suchen.

  1. Suchen Sie für das Gespräch eine entspannte Atmosphäre, zum Beispiel bei Kuchen und Tee. Reden Sie keinesfalls zwischen Tür und Angel zwischendurch mit Ihrem Kind über Ihre Beobachtungen.
  2. Machen Sie keine Vorwürfe, sondern sagen Sie offen, was Sie beschäftigt und wovor Sie Angst haben.
  3. Hören Sie zu und versuchen Sie zu erfahren, was der Grund ist, dass Ihr Kind viel Alkohol trinkt.
  4. Sprechen Sie mit Ihrem Kind darüber, dass Alkohol für Heranwachsende gefährlich sein kann. Das kindliche bzw. jugendliche Gehirn und die Organe sind noch in Entwicklung. Alkohol kann in dieser Zeit schon in kleinen Mengen Schaden anrichten.
  5. Verweisen Sie auf klare Regeln. Sie können zum Beispiel das Jugendschutzgesetz besprechen. Damit zeigen Sie auch, dass es einen gesetzlichen Rahmen gibt und nicht nur Ihre persönliche Meinung zählt.

Schaffen Sie gemeinsame Regeln mit Ihrem Kind, die klar sind und damit leichter eingehalten werden können. Sie können zum Beispiel gemeinsam beschließen, dass an Schultagen kein Alkohol getrunken wird oder dass Sie am Wochenende als Taxi zur Verfügung stehen.

Wie sage ich „Nein“ und wie gehe ich mit Gruppenzwang um?

Um mit Gruppenzwang umgehen und „Nein“ sagen zu können, müssen Sie Ihre Grenzen kennen und selbstbewusst auftreten. Suchen Sie sich Verbündete in der Gruppe und schlagen Sie Alternativen für Getränke oder Aktivitäten vor. Bleiben Sie standhaft und lassen Sie sich nicht unter Druck setzen. Ein „Nein, danke!“ reicht völlig aus! Vermeiden Sie Rechtfertigungen und suchen Sie bei Bedarf Unterstützung bei Vertrauenspersonen. Es ist wichtig zu wissen, dass Sie das Recht haben, Ihre eigenen Entscheidungen zu treffen, und dass Ihre Grenzen respektiert werden.

Ein Comic mit vier Bildern auf denen Jugendliche zu sehen sind. Der Comic beschreibt eine Story zum Thema Alkoholkonsum.

Infos & Tipps


Kontakte und Beratung

Rat auf Draht

Die Notrufnummer Rat auf Draht ist eine wichtige Anlaufstelle bei Problemen, Fragen und in Krisensituationen für Kinder, Jugendliche und deren Bezugspersonen. Wenn Kinder und Jugendliche Alkoholmissbrauch bei ihren Eltern bemerken oder selbst das Gefühl haben zu viel zu trinken, können sie unter der Nummer 147 oder online via Chat mit Expertinnen / Experten in Kontakt treten.

Suchthilfeeinrichtungen in der Steiermark

Der Gesundheitsfonds Steiermark informiert auf seiner Webseite über Einrichtungen der Suchthilfe und deren Standorte im Bundesland.

VIVID – Fachstelle für Suchtprävention

Für Jugendliche und Familienangehörige bietet VIVID umfassende Beratungsangebote zur Alkohol- und Suchtprävention.

Familie - VIVID - Fachstelle für Suchtprävention

Broschüre "Über Alkohol reden"

Unsere Angebote


Cover der Jugendschutz-Broschüre. Abgebildet sind mehrere Flaschen mit orangem Inhalt.

Die Infobroschüre
zum Jugendschutz

Was darf´s zu trinken sein? – Ein Jugendschutz- Handlungsleitfaden für Gastronomen

Comic

Comic: Alkohol? Nein, danke!

Alkohol ablehnen: Ausreden für jeden Typ und Anlass Mit der Comic-Serie will die Initiative „Weniger Alkohol – Mehr vom Leben“ […]

Kind denkt nach

Leitfaden „Alkoholbelastung in der Familie“

Problematischer Alkoholkonsum oder eine Alkoholkrankheit betrifft IMMER die ganze Familie. Es leiden alle darunter: Nicht nur der betroffene Elternteil, sondern […]

Netzwerk


Auf dem Bild ist eine Frau zu sehen, wie sie an ihrem MacBook arbeitet.

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Florian Danner

TV-Moderator von Cafe Puls, Journalist, Papa & Optimist

„Ich spiele lieber mit unseren Kindern. Nicht mit dem Kater von letzter Nacht.“

Erstellt: 05/2026
Aktualisierung vorgesehen: 2028

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