Die Alternative zu einem Glas Wein: „Flein“

Alkoholfreie Alternativen zu Bier, Gin Tonic und Co erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Die Auswahl an nicht-alkoholischen Drinks wächst – und zwar auch bei den steirischen Produzentinnen und Produzenten. Wir wollen Ihnen hier laufend Alternativen vorstellen und beginnen mit einer Alternative zu einem Glas Wein made in styria!

„Flein“ – sortenreiner Traubensaft

Veronika Mitteregger kommt aus der traditionsreichen Winzerfamilie Gross, die seit Generationen in der Südsteiermark und in Slowenien Wein anbaut. Während ihrer Schwangerschaft kam bei Veronika der Wunsch nach einem alkoholfreien Pendant zum geliebten Glas Wein auf – um beispielweise in Gesellschaft auch ein schönes Getränk zum Essen genießen zu können und nicht nur auf die üblichen Verdächtigen wie Wasser und Softdrinks zurückgreifen zu müssen. Sie stellte sich Fragen wie: Warum kann Traubensaft nicht nach einer Rebsorte schmecken? Lässt sich dieses Geschmackserlebnis in einem Saft konservieren? Und: Wenn es möglich wäre, warum hat es denn noch niemand gemacht?

Challenge accepted: Gemeinsam mit ihren Winzer-Brüdern und Schwägerinnen recherchierte sie (es gab bis dato tatsächlich keine hochwertigen sortenreine Traubensäfte am Markt), Saftexperten wurden befragt, Produktionsverfahren analysiert und schließlich ein eigener Weingarten für die Produktion des sortenreinen Saft definiert. Das Ziel: Ein hochwertiges Produkt, das einem guten Glas Wein in nichts nachsteht und sowohl als Aperitif als auch als Speisenbegleitung funktioniert. 

Pressverfahren wie bei Champagner

Der Weingarten wird von Hand nach biologischen Grundsätzen gepflegt. Die Trauben für „Flein“ werden etwas früher als für die Rebsorte in der Region üblich geerntet. Für die Pressung wählen die Winzer einen geringen Auspressungsgrad von etwa 55 Prozent, das entspricht dem eines Champagners.

Saft, der von seiner Rebsorte erzählt

„Flein“ ist ein reines Naturprodukt – ohne künstliche Zusätze. Um es auf natürlichem Weg haltbar zu machen, wird der Saft pasteurisiert. Da das Erhitzen den Aromen den Garaus macht, musste dafür eine besonders behutsame Lösung mit deutlich geringerer Hitze gefunden werden. Die schonende Pasteurisierung findet nun in der Flasche statt, wobei der Saft kurz erwärmt und schnell wieder abgekühlt wird, um die sortentypischen Aromen zu bewahren. Gekühlt und im Weinglas kommen Aromen von „Flein“ besonders deutlich zur Geltung.

Die Alternative, wenn es einmal kein Alkohol sein soll

Nach einer einjährigen Testphase ist „Flein“ nun seit zwei Jahren am Markt. Die Zielgruppe ist divers: Menschen, die aus gesundheitlichen oder religiösen Gründen keinen Alkohol trinken, AutofahrerInnen, Schwangere, bei Geschäftsessen oder ganz einfach jede und jeder, der eine schmackhafte und ebenbürtige Alternative zu Alkohol sucht. Frauen sind dabei in der Regel offener, wenn es um das Probieren von alkoholfreien Alternativen geht, verrät Veronika Mitteregger.

Ein Glas Wein oder ein Glas „Flein“?

Zum Abschluss sei noch erwähnt, was es mit dem Namen „Flein“ auf sich hat: Es könnte für „fein“ und „klein“ stehen, aber auch als geschmackvolles Gegenüber von Wein verstanden werden.

„Flein“ gibt es derzeit in den Sorten Sauvignon Blanc und Gelber Muskateller, erhältlich über Gross & Gross und in ausgewählten Shops.

https://www.flein.at/

Fotocredits: C_Lupi_Spuma

„Rick Free“ – die alkoholfreie Alternative zum Gin

Master Distiller Patrick Martinelli – gebürtiger Steirer – produziert seit vier Jahren den Premium Gin „Rick“ aus biologischen Zutaten. Seit einem Jahr gibt es auch den „Rick Free“ im Sortiment, der die typischen Aromen eines Gins verkörpert und dabei alkoholfrei ist.

Vom Hobby zum Business

Auf die Idee, einen eigenen Gin zu kreieren ist CEO Patrick „Rick“ Martinelli bei seinen zahlreichen Businesstrips als Manager gekommen. Besonders die Gin-Tonic-Kultur in Spanien hat ihn fasziniert. Aus Neugierde wurden ein Hobby und schließlich ein Unternehmen.

Mittlerweile gibt es seit vier Jahren die drei alkoholhaltigen Gins „Rick Brave“, „Rick Rich“ und „Rick Feel“ auf dem Markt. Seit einem Jahr gibt es mit „Rick Free“ auch ein alkoholfreies Destillat im Portfolio. Alle Produkte werden in Handarbeit aus rein biologischen Zutaten im südsteirischen Gamlitz hergestellt. Die Herstellung erfolgt mittels modernster Brenntechnologie. Produziert wird ausschließlich nach dem höchsten aller Qualitätsstandards – „London Dry”.

Das erste alkoholfreie Destillat aus Österreich

Von den ersten Testdurchläufen bis zum Endprodukt dauerte es knapp zwei Jahre bis „Rick Free“ am Markt war. Es erforderte viel Fingerspitzengefühl die richtigen Mengenverhältnisse der einzelnen Zutaten zu finden. Außerdem musste ein Destillationsvorgang gefunden werden, um einen alkoholfreien Drink, der der alkoholischen Variante nicht nachsteht, hervorzubringen. Die Zutaten von „Rick Free“ sind Wasser und Pflanzendestillate und -extrakte wie Wacholderbeeren, Kubeben-Pfeffer, Ingwer, Orange, Grapefruit, Zitrone und Zitronengras. Da weder Zucker, Farbstoff noch Aromastoffe beigesetzt werden, ist „Rick Free“ nicht nur alkohol-, sondern auch kalorienfrei und vegan. Bei den Zutaten und Produkten wird darauf geachtet, dass sie aus Österreich stammen. Zum Einsatz kommen beispielsweise Wacholderbeeren aus Tirol und Zitronen aus Kärnten. Auch die Glasflasche stammt von einem regionalen Betrieb – nämlich Stölzle Glas im steirischen Köflach.

Genuss ohne Alkohol mit „Rick Free“

Patrick Martinelli wollte mit „Rick Free“ ein Produkt schaffen, das die typischen Aromen eines Gins verkörpert und alkoholfrei ist. „Rick Free“ heißt nicht auf Genuss zu verzichten, sondern nur auf Alkohol. Zur Zielgruppe von „Rick Free“ zählen Menschen, die aus religiöser Überzeugung oder der Gesundheit zuliebe keinen Alkohol trinken. Besonders jüngere Menschen sind die Hauptzielgruppe. Auch bei den Investoren kommt der alkoholfreie Drink sehr gut an. In der StartupShow „2 Minuten 2 Millionen“ konnte der „Rick Free“ ein Investment von 350.000 Euro erzielen. Dies war der Ausgangspunkt für weitere Kooperationen.

Wie wird der „Rick Free“ am besten getrunken?

„Rick Free“ ist die Basis für viele alkoholfreie Cocktails und Longdrinks und wurde als komplexes Destillat nicht für den puren Genuss entwickelt. Am besten genießt man den alkoholfreien Drink „Rick Free“ auf Eis mit Tonic und einer frischen Grapefruit-Zeste.

„Rick Free“ ist auf https://rick-spirit.com/ und in vielen weiteren Online-Shops erhältlich. Der alkoholfreie Drink kann auch in einigen Shops gekauft werden und in ausgewählten Restaurants getrunken werden. Im Raum Graz wird „Rick Free“ unter anderem in den Lokalen Landhauskeller, Katze Katze und El Gaucho angeboten.

Fotocredits: https://ottomichael.at, Rick Spirit GmbH, Unsplah.com/ Jez Timms

Die alkoholfreie Alternative: Erwin Gegenbauers (Trink)-Essige

Die Essige von Erwin Gegenbauer, der sich bescheiden als „kleinster Essigbrauer der Welt“ bezeichnet, werden in vier Kontinente geliefert und weltweit von Feinschmecker*innen sowie Spitzenköch*innen von New York bis Tokyo geschätzt. Doch längst produziert der Wiener Essigbrauer nicht mehr nur Essige, sondern hat einige weitere Genusszweige aufgebaut. Das Sortiment umfasst auch leckere alkoholfreie Alternativen wie Fruchtsäfte, Kaffee und den exquisiten Trinkessig „Edelsaurer Bouvier Reserve“, der ein gutes Essen als Digestif perfekt abrundet.

Als Erwin Gegenbauer vor rund 30 Jahren damit begann, Essig herzustellen, war dies alles andere als ein gutes Geschäft. Denn Essig hatte nicht unbedingt den besten Ruf. Er galt als minderwertig und wurde mit „kaputtem Wein“ assoziiert. Und das, was damals am Markt angeboten wurde, bestätigte dieses schlechte Renommee zusätzlich. Dabei wird Essig seit Menschengedenken in Nahrung, Heilung und Schönheitspflege eingesetzt.

“Silvia kocht” / MO – FR / 14:00 / ORF2 © Simeon Baker / ORF

Doch Gegenbauer blieb beharrlich. Heute zählt sein Essig zu den besten der Welt und er produziert in seiner Brauerei im zehnten Bezirk in Wien mehr als 60 verschiedene Essigsorten aus Zutaten wie Tomaten, Spargel, Melonen, Honig und ausgewählten Rebsorten unter viel Aufwand und aus qualitativ erstklassigen Zutaten. Seine Produkte gelten als „Rolls Royce“ unter den Essigen. Alle Produkte sind rein natürlich, werden weder pasteurisiert noch filtriert und lagern je nach Sorte mehrere Jahre in Eichenfässern auf dem Dach der Brauerei oder in Glasballons in den Katakomben unter seinem Haus. Mit der „Wiener Öl Mühle“ widmet sich der Geschmacksfanatiker außerdem der Erzeugung von aromatischen Gewürzölen und sortenreinen Fruchtkernölen.

Der Trinkessig: Eine Revolution im Glas

Die Inspiration für den Trinkessig kam Erwin Gegenbauer auf einer Asienreise. In Japan und China entdeckte er Trinkessige auf Basis von Reis oder Hirse. Dort gibt es eine lange Essigtrinkkultur. Diese war in Österreich in Vergessenheit geraten und hatte auch ein negatives Image. Obwohl die Trinkessige geschmacklich weit von dem Standard entfernt waren, den Gegenbauer seinen Produkten zugrunde legt, ließ ihn die Idee einen Essig zu produzieren, den man pur genießen konnte, nicht mehr los. Bekannt für seine Experimentierfreude und sein Gespür für ausgefallene Projekte macht er sich an die Arbeit: „Ich wollte ein Essiggetränk machen, das das Spiel zwischen süß und sauer perfekt ausbalanciert. Deswegen habe ich mich intensiv mit Wein auseinandergesetzt, mit Bodenbeschaffenheit, Blättern und Trieben“, erklärt Gegenbauer.

© Hans Schubert

Schließlich fand er in den charakteristisch süßen und hocharomatischen Bouvier Trauben eine geeignete Basis für den edelsauren Trinkessig. Er fuhr zum Weingut Tschida in Apetlon/Burgenland, um die Trauben für seinen Bouvier Weinessig zu prüfen. So standen am Anfang vier Fässer mit Bouvier Traubenmost. Gegenbauer „impfte“ den gärenden Most bei drei Prozent Alkohol mit einer eigens gezüchteten Bakterienkultur auf Grundlage einer Bouvier Trockenbeerenauslese. Anschließend begann die zweite Gärung hin zu mildem, dreiprozentigem Essig – dem Edelsauren Bouvier Reserve. Das war im Jahr 2000. Im Herbst 2012 präsentierte Erwin Gegenbauer den Trinkessig erstmals auf der Slowfood-Messe in Turin.

© Wiener Essig Brauerei Gegenbauer

Der hocharomatische, vollmundige „Edelsaurer Bouvier Reserve“ liefert eine ungewöhnliche Alternative zu alkoholischen Digestifs wie Schnaps oder Likören und sorgte für Aufsehen bei Küchenchefs und Sommeliers. Der Trinkessig hat in Top-Restaurants weltweit einen fixen Platz auf dem Digestifwagen. Der aromatische, edlen Tropfen eignet sich auf Grund seiner pflaumigen Note hervorragend als Begleitung zu Desserts, Käse oder scharfen asiatische Gerichten. Die Bar-Szene in New York verwendet den Trinkessig in alkoholfreien Cocktails. Und Küchenchef*innen in gehobenen Restaurants verwenden das Produkt, um Speisen zu verfeinern. Der „Edelsaure Bouvier Reserve“ steht mit seiner ungeheuren Vielseitigkeit für Kreativität ohne Grenzen.

Man muss viel Geduld, Fingerspitzengefühl und Innovationskraft mitbringen, um ein Erzeugnis wie den Edelsauren Bouvier Reserve herzustellen. Schließlich braucht er über ein Jahrzehnt kontinuierliche Aufmerksamkeit, bis er so außergewöhnlich und intensiv schmeckt. „Ich habe dieses Lebensmittel für ernährungsbewusste Menschen mit Interesse an Essbildung gemacht. Ich finde es wichtig, auch ungewöhnliche Produkte auf ganz unterschiedliche Weise zu probieren, sei es als bekömmlicher Digestif oder als finale Würze bei Speisen. Das ist mein Beitrag zu mehr Lebensqualität“, sagt Gegenbauer selbst.

Aromatische Fruchtsäfte und italienischer Kaffee

Dem Geschmacksfanatiker Gegenbauer geht es beim Trinken um Geschmack und Genuss. „Der alkoholfreie Getränkemarkt ist die größte Katastrophe. Unsere Kinder werden von klein auf an Zucker gewöhnt“, sagt Gegenbauer. Er wollte Fruchtsäfte neu definieren und Getränke ohne Zucker und ohne Kohlensäure machen.

Basis für die Fruchtsäfte sind reinsortige Apfel- und Traubensäfte. Ihr Aroma-Geheimnis heißt Kaltpressung. Während bei industriell hergestellten Säften die Früchte unter hohem Druck zerquetscht werden, um eine möglichst hohe Ausbeute zu erhalten, presst er ganz sanft, ohne dass dabei Wärme entsteht und die Aromen verschwinden. Das prickelnde kommt durch Milchsäurebakterien. Mittlerweile gibt es drei Geschmackslinien: Tomate, Johannisbeere und Himbeere. Gegenbauers Fruchtsäfte zeichnen sich durch ihre elegante und milde Aromatik aus. In der Gastronomie werden sie statt Wein korrespondierend zum Sterne-Essen ausgeschenkt – selbstverständlich im Weinglas.

Seit 2006 werden am Nachmarkt ebenfalls drei Sorten Gegenbauer-Kaffee aus kleinen Lagen von einem Triester Importeur frisch geröstet verkauft und in so renommierten Häusern wie dem Wiener „Steirereck“ serviert.

Gegenbauer erhielt wegen seines steten und nachhaltigen Engagements für den Erhalt und die Förderung kulinarischer Raritäten den Titel Kulinarischer Botschafter der Besten Österreichischen Gastlichkeit 2014.

Was ihn antreibt? „Ich liebe das schöne Leben: Hedonismus treibt mich an. Das Leben bietet so viel. Mein Motto lautet carpe diem“, sagt Gegenbauer.


Wer den „Edelsaure Bouvier Reserve“ von Erwin Gegenbauer probieren möchte, sollte nicht allzu lange warten, denn die Edition aus den Fässern ist limitiert. Der Preis für 0,25 Liter liegt bei 58 Euro. Erhältlich ist er auf dem Naschmarkt in Wien, in der Brauerei im zehnten Bezirk und im Webshop.

Wiener Essig Brauerei Gegenbauer
Waldgasse 3, A-1100 Wien
www.gegenbauer.at

Fotocredits: Hans Schubert, “Silvia kocht” / MO – FR / 14:00 / ORF2 c Simeon Baker / ORF, Wiener Essig Brauerei Gegenbauer